Ofenfischchen

Materialschädling in Archiven, Bibliotheken und Museen

Ofenfischchen Thermobia domestica

Biologie Die erwachsenen Ofenfischchen werden 12 bis 13 cm lang und besitzen eine graue Grundfärbung mit hellen und dunklen Punkten. Junge Larven haben eine helle Färbung. Das Weibchen legt nach jeder Häutung jeweils bis zu 50 Eier ab. Die Lebenserwartung eines adulten Ofenfischchens beträgt bis zu 2,5 Jahre.

Lebensweise Hohe Luftfeuchte mit 75 bis 85% und hohe Temperaturen 32° bis 40°C sind für das Schlüpfen der Larven optimal und bedingt daher spezielle Umgebungen, wie es bei Bäckereien, Wäschereien oder Heizungskellern der Fall ist. Die nachtaktiven Tiere können über mehrere Monate ohne Nahrung auskommen und bei Wassermangel die Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen.

Schäden Als Nahrung dienen stärke- und zuckerhaltige Produkte oder zusätzliche Proteinquellen, wie Fleischreste sowie kranke oder tote Artgenossen (Kannibalismus). Ein Benagen von Baumwollstoffen, Seide oder Teppiche aus Naturwolle ist möglich und an Papier werden ähnliche Schäden verursacht, wie bei Papier- oder Silberfischchen. Durch die nötigen klimatischen Bedingungen ist das Ofenfischchen in Deutschland oder Österreich nicht als Materialschädling in Museen oder Archiven bekannt. In seltenen Fällen kann es zu einer Einschleppung mit Exponaten oder Ausstellungsmaterial aus Ländern mit natürlichem Vorkommen kommen, wie es aus USA oder Afrika sein kann.

Monitoring
Adulte und juvenile Stadien
Klebefallen (mit/ohne Köder), Lebendfallen

Literatur

Pospischil R. (2009) Ofenfischchen, DpS 5, S. 8-9

Woodbury N., Moore M. & Gries G. (2013) Horizontal transmission of the microbial symbionts Enterobacter cloacae and Mycotypha microspora
to their firebrat host. The Netherlands Entomological Society Entomologia Experimentalis et Applicata 147: 160–166,

Stephan Biebl

Dipl.Ing. (FH) Holztechnik
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