Kohlendioxid (CO2)

Behandlung von Objekten in mobilen Zelten oder Kammern

Kohlendioxid-Behandlung von musealen Objekten in einem gasdichten Container mit Temperierung

Kohlendioxid-Behandlung von musealen Objekten in einer mobilen Raumzelle im Depot.

Kohlendioxid (CO2) ist ca. 1,5mal schwerer als Luft und besitzt aufgrund seiner höheren Dichte bessere Eigenschaften in der Verdrängung des Sauerstoffs als beispielsweise Stickstoff.

Bei der Behandlung mit Kohlendioxid genügt aus praktischer Erfahrung eine Konzentration von 50 – 60 % CO2  zur Abtötung von Schadinsekten, wobei schon eine Konzentration von über 20 % auch toxisch auf den Insektenorganismus wirkt. In einigen Veröffentlichungen im Vorratsschutz wurde bereits zur Abtötung von Schädlingen mit Kohlendioxid ein Volumensanteil von ca. 60 % als ausreichend beschrieben.

Aus diesen Gründen sind bei der Anwendung mit CO2 in der Praxis keine hochdichten Begasungssysteme notwendig und es können somit ausreichend abgedichtete Objekte wie Räume oder Kammern, aber auch befallene Gegenstände in kleineren Folienzelte (sog. Bubbles) behandelt werden. Es besteht dabei aber immer die Gefahr der Kohlensäurebildung, welche für Kohlendioxid charakteristisch ist.

Nach der Untersuchung von Piening über die Verträglichkeit von Kohlendioxid an gefassten Objekten, kann  sich in einer 100%igen Kohlendioxid-Atmosphäre bei einem Feuchtegehalt oberhalb 30 % relativer Luftfeuchte genügend Kohlensäure bilden, um eine schädigende Wirkung auf Pigmente und vor allem auf Bindemittel auszuüben.

Literatur

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Stephan Biebl

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