Hygieneschädlinge in Gebäuden
Biologie Die meisten Arten von Schaben (Blattodea) sind weltweit verbreitet und stammen ursprünglich aus tropischen oder subtropischen Regionen. Eine Verschleppung von schädlichen Schaben nach Mitteleuropa erfolgt in der Regel über Warenverkehr, Lebensmittelhandel oder Transport von gebrauchten Gegenständen, wie z.B. Elektrogeräte oder Kühlschränke. Die nachfolgenden Schaben-Arten kann man innerhalb von Gebäuden oder klimatisierten Räumen vorfinden. Zu den nicht schädlichen Schaben-Arten zählen beispielsweise die „Waldschaben“ (siehe Beitrag unten)
Lebensweise Schaben halten sich gerne in feuchtwarmen Bereichen auf und befinden sich tagsüber in geschützten Verstecken. Die Nahrungssuche erfolgt in der Regel nachts. Museums- oder Sammlungsgebäude mit eigener oder angrenzender Gastronomie (z.B. in Innenstädten) können durch eine Einschleppung über den Warenverkehr oder Zuwanderung über Versorgungsschächte betroffen sein. Einzelne Fälle mit Verschleppung von Schaben über Transportkisten aus befallenen Gebäuden in Innenstädten oder aus Übersee wurden bekannt. Speziell in Zoologischen Museen oder Naturkundemuseen mit lebenden Tieren können Schaben als Futtertiere genutzt werden und unter Umständen unkontrolliert im Depot oder Magazinen auftreten.
Schäden Schaben gelten als Allesfresser (omnivor) und können sich sich von Leder, Papier, Leim, Tierhäuten, Haaren und Wollstoffen ernähren, insbesondere wenn der Gegenstand mit Lebensmitteln und Schweiß verschmutzt ist (Trematerra P. and Pinniger D. (2018). Zu oberflächlichen Schäden an Büchern durch Schaben, siehe Fotos unten.






Einheimische Waldschaben der Gattung Ectobius wie z.B. Ectobius silvestris oder die Bernstein-Waldschabe Ectobius vittiventris können sich im Gegensatz zu den anderen Schaben-Arten in Gebäuden nicht vermehren und sind daher nicht als Schädlinge sondern nur als Gäste in Gebäuden zu betrachten. Häufig erfolgt eine Verwechslung von Waldschaben (siehe Foto unten) mit der farblich ähnlich aussehenden Deutschen Schabe (siehe Foto oben)
Die als einheimisch geltenden Waldschaben sind auch tagsüber aktiv und oft zum Licht fliegend. Daher dringen die Tiere bei Dämmerung auch häufig in beleuchtete Räume über offene Fenster oder Türen ein. In Depoträumen oder Ausstellungen können die Tiere auch auf den ausgelegten Insektenfallen gefunden werden (siehe Foto unten rechts)


| Monitoring |
| Adulte Tiere |
| Klebefallen mit Lockstoff |
Literatur
Baur, H & Landau Lüscher, I & Müller, G & Schmidt, M & Coray, A (2004): Taxonomie der Bernstein-Waldschabe Ectobius vittiventris (A. Costa, 1847) (Blattodea: Blattellidae) und ihre Verbreitung in der Schweiz. Revue Suisse de Zoologie 111 (2): 395-424 [mit Bestimmungsschlüssel auch für die obigen 4 Arten]
Pfeifer M.A., Funhoff D. und Matzke D. (2021) Waldschaben. Neue Arten erobern unsere Städte und Siedlungen. Der praktische Schädlingsbekämpfer 07+08. S. 17-19
Pospischil R. (2022) Nicht verwechseln! Die Bernstein-Waldschabe – Ectobius vittiventris und Co., Der praktische Schädlingsbekämpfer 12, S. 18-19
Schaper P.-K. (2022) Walschaben erkennen. Ectobius vittiventris und Ectobius sylvestris. Der praktische Schädlingsbekämpfer 05, S. 34
Staniczek A. (2014) Schaben zu Hause: Schaben zu Hause: The good, the bad and the ugly! | Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart , Zugriff am 28.10.2025
Trematerra P. and Pinniger D. (2018) Museum Pests–Cultural Heritage Pests. Springer-Verlag GmbH Germany, part of Springer Nature C. G. Athanassiou and F. H. Arthur (eds.), Recent Advances in Stored Product Protection: 229-260