Kleidermotte

Materialschädlinge in Museen, Textilsammlungen und historischen Gebäuden

Kleidermotte Tineola bisselliella

Biologie Einheitlich goldgelb gefärbter Falter von 5-6mm Länge. Die weißen Larven errichten beiderseits offene, röhrenförmige Gespinste, die am Untergrund fixiert werden und im Gegensatz zur Pelzmotte nicht herum getragen werden. Männchen können im Gegensatz zum Weibchen größere Flugstrecken zurücklegen und in Klebefallen gefunden werden. Weibchen bleiben als schlechte Flieger lieber in der Nähe ihres Entwicklungsortes und sind gute Läufer, was man bei einem stärkeren Befall im Wandbereich in manchen Fällen beobachten kann.

Lebensweise Kleidermotten sind hierzulande nicht heimisch und können nur im Siedlungsbereich (Großstädte, Ballungszentren) von außen zufliegen (Plarre 2014). Die Falter sind kurzlebig und nehmen keine Nahrung auf.

Schäden Befallen werden keratinhaltige Materialien aus Schurwolle, Seide, Federn und Haare (z.B. Teppiche, Polstermöbel mit Roßhaarfüllung, Pelze, Wollkleidung, historische Uniformen, Naturhaarfilz und ökologische Dämmstoffe mit Wollanteil (z.B. Schafwolle). Keratinfreie Stoffe, wie Getreide, Mehl, Casein, Fischmehl und Textilien aus Jute oder Baumwolle werden nur zur Not angenommen (Lochfraß) und reichen für eine dauerhafte Entwicklung nicht aus.

Kleidermottenlarve auf Rosshaar-Füllung

Monitoring
FalterLarvenEier
Pheromon- und KlebefallenSichtkontrolle
Biologische Gegenspieler
Erzwespen Baryscapus tineivorusZwergwespen Trichogramma evanescens

Literatur

Kleidermotte – DSV Berufsverband | Deutscher Schädlingsbekämpfer-Verband e.V. (dsvonline.de)

Krüger-Carstensen, B., Plarre, R. (2011) Outdoor trapping and genetical characterization of populations of the webbing clothes moth Tineola bisselliella (Lepidoptera: Tineidae) in the broader area of Berlin, in:
Journal of Entomological and Acarological Research, 43/2 (2011) 129–135.

Plarre, R. (2014) Die Kleidermotte, eine kleine Natur- und Kulturgeschichte, in: Pest control news 58 (2014) 23–25.

Pospischil R (2020) Motten als Materialschädlinge. DpS 10, S. 15-17

Stephan Biebl

Dipl.Ing. (FH) Holztechnik
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