Messingkäfer

Materialschädling in historischen Gebäuden

Messingkäfer Niptus hololeucus

Biologie Der Messingkäfer besitzt einen runden Körper mit glänzenden goldenen Haaren. Die Antennen sind relativ lang, wobei die einzelnen Antennenglieder einheitlich gebaut sind. Beide Geschlechter sind nicht in der Lage zu fliegen. Die Larve ist an ihrem gekrümmten, engerlingsartigen Habitus zu erkennen. Die Eier sind etwas größer als die Eier des Kugelkäfers (Gibbium psylloides) und weisen eine Länge von 0,6 bis 1,0 mm und eine Breite von 0,4 bis 0,6 mm auf.

Lebensweise Die Käfer leben versteckt – meist in Zwischendecken oder Wänden mit organischer Dämmung (Stroh) von historischen Häusern. Käfer und Larven sind nachtaktiv und verbringen den Tag dicht aneinander gedrängt in Ritzen und Spalten. Der Messingkäfer bevorzugt einen Temperaturbereich von 20 bis 25°C und eine relative Luftfeuchtigkeit von 70 %. Die gesamte Entwicklungsdauer vom Ei bis zur Imago dauert bei 20°C ungefähr sieben Monate. Bei 25°C und 70 % relativer Luftfeuchtigkeit verkürzt sich diese Zeit auf rund 70 Tage. Die adulten Messingkäfer sind sehr langlebig und können unter Laborbedingungen bis zu 200 Tage überleben. Bei einer Temperatur von 16 bis 19°C schlüpfen die Larven nach 11 bis 20 Tagen.

Schäden Nahrungsmittel und gelagertes Getreide werden von den Larven und auch Käfern angefressen, durch Fraßmehl, Kot, Larvenhäute und Puppenhüllen verunreinigt. Verpackungsmaterialien können von Larven zur Verpuppung eingebohrt werden. In historischen Gebäuden oder Bauernhausmuseen führt ein Massenbefall mit hunderten von Käfer meist zu Problemen, die häufig nach Bauarbeiten (Erschütterungen) entstehen.

Monitoring
KäferLarven
Klebefallen
Biologische Gegenspieler
Lagererzwespe Lariophagus distinguendus

Literatur

Messingkäfer – DSV Berufsverband | Deutscher Schädlingsbekämpfer-Verband e.V. (dsvonline.de)

Stephan Biebl

Dipl.Ing. (FH) Holztechnik
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