Koprakäfer

Materialschädling bei zeitgenössischer Kunst oder Vorräten

Koprakäfer Necrobia rufipes

Biologie Der Koprakäfer (auch Rotbeiniger Kolbenbuntkäfer oder Rotbeiniger Schinkenkäfer genannt) ist kosmopolitisch verbreitet. Wie andere Buntkäfer ist auch der Koprakäfer eine räuberische Käferart und ernährt sich vorzugsweise von Eiern und Larven anderer Insektenarten. Necrobia rufipes ist recht produktiv. Ein einzelnes Weibchen kann im Laufe seines Lebens bis zu 2.100 Eier ablegen.

Lebensweise Die recht beweglichen Larven schlüpfen bei Zimmertemperatur meist nach vier bis fünf Tagen und bohren sich einige Zeit später in verschiedene Vorräte wie Käse oder Schinken ein. Verpuppungsreife Larven verlassen das Brutsubstrat, um sich an einem dunklen und trockenen Platz zu verpuppen.

Schäden Der Koprakäfer ist ein typischer Vorratsschädling und Hygieneschädling, der zum Beispiel schon in geräucherten Fleisch- und Wurstwaren, hartem Käse, Trockenfisch, Kopra, getrocknetem Eigelb oder auch in getrockneten Feigen gefunden wurde. Mit befallenen Lebensmitteln oder Tierfutter kann der Koprakäfer in Gebäude gelangen. Unter Umständen kommt der Käfer auch an Museumspräparaten vor, wie es Funde bei ägyptischen Mumien (Hasan and Phillips 2010) oder zeitgenössischer Kunst (Biebl 2020) zeigen.

Monitoring
KäferLarven
Klebefallen (mit/ohne Köder)Klebefallen, Fraßlockstoffe

Literatur

Biebl S. (2020) Der Koprakäfer Necrobia rufipes (De Geer, 1775) an zeitgenössischer Kunst. In: DGaaE-Nachrichten 34 Jg. (2), Beiträge zur Tagung des Arbeitskreises „Medizinische Arachno-Entomologie“ (Tagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Entomologie und Acarologie; DGMEA) vom 20. bis 22. September 2018 in Frankfurt am Main, S. 80-81

Hasan, M.M. & Phillips, T.W. (2010): Mass-rearing of the redlegged ham beetle, Necrobia rufipes De Geer (Coleoptera: Cleridae) for laboratory research. –Journal of Stored Products Research 46: 38-42

Simmons, P. & Ellington, G.W. (1925): The ham beetle, Necrobia rufipes De Geer. – Journal of Agricultural Research 30: 845-863

Reichmuth, C. (2009): Vorratsschädlinge und Vorratsschutz im Wandel der Zeit. – In: Hermann, B. (Hrsg.), Beiträge zum Göttinger Umwelthistorischen Kolloquium 2008–2009. Universitätsverlag Göttingen

Stephan Biebl

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