Papierabklebungen

Hilfsmittel zum Monitoring von Holzschädlingen

Papierabklebungen am Holz

Bei Museums- oder Kunstgegenständen gelten Abklebungen von Holzoberflächen bei Verdacht auf aktiven Holzschädlingsbefall mittlerweile als Stand der Technik (Dropmann et alii 2007, Noldt 2002, Waentig/ Krupa 2007, Hassler et al. 2015, Biebl 2015).
Dabei kann je nach Art der Oberfläche (ohne Überzug, transparenter Überzug oder polychrom gefasst) mit unterschiedlichen Papieren (z. B. Japanpapier, Teebeutelpapier oder Packpapier) und Klebstoffen (z. B. Klucel, Störleim oder Methylcellulose), die wasserlöslich und rückstandsfrei ablösbar sind, gearbeitet werden.

Während der Schlupfzeit in den Sommermonaten (Juni bis August) kann ein lebender Befall anhand von frischen Löchern im aufgebrachten Papier überwacht und beurteilt werden. Das Herausrieseln von Bohrmehl wird durch Papierabklebungen vermieden, wenn es sich um Holzbewohner handelt. Natürliche Feinde wie Brackwespen oder Buntkäferlarven können anhand von Lochdurchmessern (mm) festgestellt bzw. unterschieden werden.

Literatur

Biebl S. (2015) Diagnose von aktivem Holzwurmbefall. Hintergründe und praktische Methoden im Rahmen vom Schädlingsmonitoring. Restauro, Ausgabe 5, S. 30-35

Dropmann, Melanie et alii (2007) Möglichkeiten und Grenzen des Monitorings von holzzerstörenden Insekten an Kunst- und Kulturgut – Abteikirche Marienmünster, in: Noldt, Uwe und Hubertus Michels (Hrsg.): Holzschädlinge im Fokus. Alternative Maßnahmen zur Erhaltung historischer Gebäude. Beiträge der internationalen Tagung im LWL-Freilichtmuseum Detmold/Westfälisches Landesmuseum für Volkskunde, Detmold 2007, S. 83–90.

Franke P. (2001) Holzwurmbefall: Tot oder lebend? Bemerkungen zum Auftreten von Bohrmehl nach Kirchenbegasungen. DpS 6. S. 15-21

Hassler D. et al. (2015) Schloss Schönbrunn trifft Japan. Wie Schädlingsmonitoring durch Papierabklebungen gelingt. Restauro 5. S. 24-29

Noldt, Uwe et alii (2002) Monitoring von holzzerstörenden Insekten und Begleitung von Bekämpfungsmaßnahmen in Freilichtmuseen, in: BFH-Nachrichten 40, 2 (2002), S. 7–8.

Waentig, F. und Krupa, A. (2007) Monitoring von Holzschädlingen als Teil der Restauratorenausbildung – St. Mariae Geburt in Kempen, in: Noldt, Uwe und Hubertus Michels (Hrsg.): Holzschädlinge im Fokus. Alternative Maßnahmen zur Erhaltung historischer Gebäude. Beiträge der internationalen Tagung im LWLFreilichtmuseum Detmold/Westfälisches Landesmuseum für Volkskunde, Detmold 2007, S. 61–71.

Stephan Biebl

Dipl.Ing. (FH) Holztechnik
Mariabrunnweg 15
D-83671 Benediktbeuern

Telefon 08857 – 69 70 40
Fax 08857 – 69 70 41
info@museumsschaedlinge.de

instagram

Schädlinge nach Werkstoffen sortiert

© , Stephan Biebl, Dipl.Ing. (FH) Holztechnik