Splintholzkäfer

Holzschädlinge in Museen, Sammlungen und Galerien

Splintholzkäfer (Lyctus spp.)

Biologie Es gibt viele verschiedene Splintholzkäferarten, wie Lyctus brunneus, L. linearis, L. africanus, L. cavicollis, L. planicollis usw. die eine Entwicklungsdauer zwischen 1-4 Jahren haben können. Die Käfer erreichen je nach Art eine Länge von ca. 4 bis 5 mm. Kleine (1,5-2mm) große runde Ausfluglöcher durch die ausschlüpfenden Käfer.

Merke: Splintholzkäfer werden bei falscher Bestimmung häufig mit den vom Körperbau ähnlichen Reismehlkäfern (Tribolium spp., Vorratsschädlinge) verwechselt. Die genaue Bestimmung der jeweiligen Lyctus-Art sollte von einem Experten vorgenommen werden.

Lebensweise Die holzzerstörenden Larven sind an stärke- und eiweißreiche Nahrung gebunden, die sie im Splintbereich von Laubhölzern vorfinden. Zu den gefährdeten Holzarten gehören nach Literaturangaben und praktischer Erfahrung Ahorn, Abachi, Bambus, Bongossi, Eiche, Esche, Fromager, Hickory, Illomba, Kastanie, Limba, Meranti, Nussbaum, Pappel, Ramin, Rattan, Robinie, Ulme, Weide, Walnuß und gelegentlich Kirsche.

Schäden Befallen wird in der Regel nur relativ frisches Holz, wie Bilderrahmen, Transportkisten mit Laubholz(deck)furnier, Kunstinstallationen (Skulpturen, Baumstämme o.ä.) aber auch Laubhölzer in Gebäuden, wie Parkettböden, Türrahmen, Randleisten, Vitrinen.

Monitoring
KäferLarven
Klebefallen, Papierabklebungen (Ausfluglöcher), Lichtfallennicht detektierbar

Literatur

Bussler, H. (2009) Teures Leben im Parkett. Eingeschleppte Splintholzkäfer zählen zu den bedeutensten Schädlingen von Holzprodukten. –LWF aktuell 73, 2009, S.18-19

Cymorek, S. (1970): Eingeschleppte und einheimische Bohr- und Splintholzkäfer (Col.; Bostrychidae, Lyctidae): Übersicht zur Lebensweise, über Vorkommen, Einschleppungen, wirtschaftliche Bedeutung, Bekämpfung.- Zeitschr. Angew. Entom. 66, 1970, S. 206-224.

Frank A (1991) Möglichkeiten einer biozidfreien Bekämpfung von Lyctus brunneus (Steph.) u. anderer materialzerstörender Käfer i. Kunstwerken – Einfluß inerter Gase  auf Entwicklung und Überleben, Diplomarbeit – Freie Universität Berlin.

Geis, K.-U. (2020) Lyctus sinensis Lesne, 1911 erstmals nach Brandenburg eingeschleppt. Mitt. internat. entomol. Ver. Band 43, Heft 5/6, 193-200

Geis, K.-U. (2012)  Eine neozoische Splintholzkäferart unter Einfluß der Klimaerwärmung: Erster Nachweis mehrjähriger Überwinterungen von Lyctus brunneus (Steph.) in einem naturnahen Habitat Südwest-deutschlands (Coleoptera: Bostrichidae: Lyctinae) Freiburg i.Brsg. 2.5.2012 http://kaeferklaus.de/fileadmin/kaeferklaus.de/Fachaufsaetze/Subtropische_Splintholzkaefer_unter_Einfluss_der_Klimaerwaermung_Suedwestdeutschland_Coleoptera_Bostrichidae.pdf  [Zugriff 26.12.2020]

Geis, K.-U. (2002): Gebietsfremde Splintholz- und Bohrkäfer, nach Mitteleuropa mit Importholz und anderen Gütern eingeschleppt. Eine Bestandsaufnahme. (Coleoptera; Lyctidae, Bostrichidae).- Mitt. Intern. Entom. Ver. Frankf., Suppl. 7, 2002

Pallaske M. (1989) Splintholzkäfer ein bedeutender Holzzerstörer, In: Der praktische Schädlingsbekämpfer 11, S.194-196

Pospischil (2001) Der Braune Splintholzkäfer. In: Der praktische Schädlingsbekämpfer 3 (2001), S.4-5

Pospischil (2012) Der Braune Splintholzkäfer – ein Update.  In: Der praktische Schädlingsbekämpfer 7-8 (2012), S.14-15

Stephan Biebl

Dipl.Ing. (FH) Holztechnik
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